Im Winter zum Skateboarden nach Malaga – lohnt sich das?

Skateboarden in Malaga by Iris
Photo by Iris

Genau jetzt schiebt sich das Flugzeug durch eine dünne Wolkendecke. Unter uns verschwinden die beige-farbenen Hochhäuser von Malaga, das Pier mit dem Riesenrad und die Berge, auf denen kein Schnee liegt. Meine Gedanken driften ab in die letzte Woche. Im Dezember haben zwei Freundinnen und ich die spanische Stadt am Meer mit dem Skateboard besucht.

Wenn ihr euch fragt, ob ein Skatetrip im Winter nach Malaga das Richtige für euch ist – hier die Antwort:

Wetter: Aus der Kälte ins warme Klima

Weil es in Deutschland zunehmend ungemütlich wurde und wir selbst beim Skaten im ICC-Tunnel schnell gefröstelt haben, dachten wir uns, es muss ein Urlaub von der Kälte in Deutschland her. Ich habe auf mehr Sonne und trockene Skateparks gehofft, aber dass wir tagsüber T-Shirt und Shorts-Wetter haben würden, damit habe ich nicht gerechnet.

Malaga hat laut Statistik 11 Regentage im Dezember, von denen wir auch einige abbekommen haben. Manchmal hat es jedoch nur nachts geregnet, sodass der Boden tagsüber getrocknet ist und auch der Skatepark geöffnet hat. Nur an den letzten zwei Tagen blieb er geschlossen. Streetspots konnten wir aber skaten. Es bleibt ein Risiko zu dieser Jahreszeit zu skaten, wenn auch nur ein kleines.

Skatepark und Spots 

Malaga hat einen großen Skatepark namens „Ruben Alcantara„, der sich im Nordwesten der Stadt befindet. Beachtet: 3 Euro Eintritt und Helmpflicht. Dort gibt es drei unterschiedliche Holzrampen, einen großen Betonbowl sowie einen Flat- und Streetbereich.

Da Berlin ja eher streetverliebt ist, war es nach Kalifornien ein Genuss, mal wieder ein paar Runden im Bowl zu drehen. Dazu kam, dass der Park tagsüber sehr leer war. Wir haben ihn uns mit maximal 10 Skatern und einigen BMXer_innen geteilt. Nach der Siesta ab 17 Uhr kann es etwas voller werden, aber insgesamt: sehr entspannt.

Gleich um die Ecke gibt es die Rooms for Riders, wo man günstig übernachten kann (leider haben wir erst vor Ort davon erfahren).

In Fuengirola, einer Stadt westlich von Malaga gibt es noch einen anderen tollen Skatepark mit mehreren Bowls. Die Stadt erreicht man vom Hauptbahnhof in einer Stunde mit dem Zug.

 

Fuengerola Skatepark
Skatepark in Fuengirola

Am Strand von Malaga

Streetspot skaten Malaga

Ein Muss ist natürlich ein Tag am Meer! Auf der breiten Strandpromenade lässt es sich wunderbar unter Palmen cruisen. Da keine Saison ist, waren auch kaum Menschen unterwegs. Mit den Füßen kann man locker ins Wasser gehen, Muscheln sammeln, mit Strandförmchen spielen … naja, was immer ihr wollt.

Die Bürgersteige sind leider nicht so super geeignet zum Skateboarden, weil sie gepflastert sind. Außerdem ist Malaga sehr bergig und hat viele enge Straßen. Auf der Straße zu fahren war für mich persönlich keine Option. Auf dem Weg vom Strand zum Zentrum haben wir noch einige Parks und Gehwege entdeckt, die sich super zum Skaten machen. Im Zentrum am Plaza de la Merced treffen sich zum Beispiel die Locals. Am besten ist einfach, die Gegend zu erkunden und spontan da zu skaten, wo man sich wohl fühlt.

Umland und Tourikram

Wenn kein Skatewetter ist oder die Beine schon wehtun, kann man sich natürlich auch ohne Board bewegen und sich etwas Kultur und Natur geben. Wandert man auf die Castilla, kann man ramontische Zeit bei Sonnenuntergang erleben. Und im Zentrum gibt es die obligatorische Touristenunterhaltung – mit Souveniershops und Weihnachtslichtershow (auch wenn bei 15℃ und Palmen kaum Weihnachtsstimmung aufkommt).

Verlässt man Richtung Nordwesten das Wohnviertel, kann man innerhalb weniger Stunden auf ein paar wirklich schönen Felsen herumklettern, neue Pflanzenarten entdecken, Stöcke sammeln und sich für einige Augenblicke wie in Into the Wild fühlen. Dazu gibt es einen großartigen Ausblick auf Malaga und das Meer.

Malaga Ausblick by Iris König

Ausblick auf Malaga

Kulinarisch haben wir leider nichts Interessantes entdeckt. Wer nicht vegan reist, sollte sich aber dem Gebäck aus einer der vielen Bäckereien widmen.

Insgesamt ist alles etwas billiger als in Deutschland/Berlin, weshalb man auch mit kleinem Budget reisen kann. Ich habe für eine Woche mit Flug (130€), Airbnb (108€), Bus/Taxi (38€), Essen (63€) und Krams (25€) insgesamt circa 360€ ausgegeben. Je nach Anspruch und Planung kommt ihr da sogar günstiger weg.

Reisen mit dem Skateboard

Ich selbst bringe mein Skateboard beim Fliegen meist im Gepäck unter. Wenn ihr nur mit Handgepäck reisen wollt (was bei manchen Airlines billiger ist), ist die Chance aber groß, dass ihr es im Flieger mitnehmen dürft. Norwegian Air und Easyjet haben bisher keine Probleme gemacht. Hundert Prozent Verlass ist darauf aber nicht.

Ich bin nun schon oft mit dem Skateboard gereist. Jedes Mal nervt mich das Geraffel von Board, Knieschützern, Helm und Tool, außerdem entsprechende Kleidung, mit der ich mich außerhalb der Skatewelt manchmal etwas underdressed fühle (auch wenn es letztendlich nicht so wichtig ist). Und dann stellt sich jedes Mal heraus, wie sehr sich das alles lohnt.

Die Welt mit dem Skateboard zu bereisen, macht einfach Spaß und bringt einen an Orte, die man auf normalen Pfaden nicht entdeckt hätte. Man verbringt viel Zeit draußen und kommt schnell mal mit neuen Leuten (und Locals!) ins Gespräch. Das Skateboard wird zum Grund, überhaupt eine Reise anzutreten.

Fazit: Und lohnt sich Malaga im Winter nun?

Auf jeden Fall! Ich würde es sofort wieder tun. Die Chance für sonniges Wetter in Malaga ist hoch und die Skateparks sind leer. Am Strand entlangzucruisen macht genauso viel Spaß wie die Stadt nach Streetspots zu erkunden. Also ruhig mal, eine Woche Urlaub im Sommer aufsparen und im Winter nutzen.

Das Flugzeug ist eben gelandet. Berlin empfängt uns im vertrauten nass-grau. An der Landebahn schreckt ein Schwarm Vögel auf und fliegt weg. Ich bekomme ein bisschen Gänsehaut. Es ist trotz allem immer schön, nach Berlin zurückzukehren.


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