Ein Skateboardmuseum zieht nach Berlin

Ausstellung im Skateboarmuseum

Das Stattbad im Wedding ist ein bekannter Ort für Partys. Es wäre aber auch ein idealer Ort für ein Skateboardmuseum. So eins gibt es nämlich. Oder gab es. Nach zehn Jahren in Stuttgart musste es geschlossen werden. In Berlin sucht es jetzt eine neue Bleibe.

Wer nach Berlin zieht, kennt das Problem. Es dauert, bis eine bezahlbare Wohnung gefunden ist. Weil ein Museum mehr Platz braucht, ist auch die Suche aufwendiger. Bis dahin kann man sich Gedanken machen, wie eine mögliche Location eingerichtet werden kann.

Sechs Teams des Masterstudiengangs „Bühnenbild – szenischer Raum“ der TU Berlin haben dazu Konzepte erstellt. Noch bis Samstag, zwischen 13 und 18 Uhr könnt ihr Ideen und Exponate der Sammlung ansehen.

In einem Interview erzählt Jürgen Blümlein, Initiator des Museums, von seiner Leidenschaft und gibt ganz neue Perspektiven auf die Anfänge des Boardens… 

Hallo Jürgen, das Skateboardmuseum in Stuttgart gab es fast 10 Jahre. Wie bist du zu der Idee gekommen?

Jürgen: Ich habe in Ludwigsburg Film studiert und bin irgendwann am PC gelandet. Aber die Arbeit hat mir bald nicht mehr gefallen, ich wollte was mit den Händen machen. Ich habe zu der Zeit Plastik-Pixel-Kunst in Verbindung mit Skateboards gemacht. Ein Kurator hat mich ausgestellt, allerdings wollte er die Skateboards nicht. Deshalb habe ich mir gedacht, ich kann auch eine eigene Ausstellung organisieren. Die hatte viel mehr mit Skateboards zu tun. Am Ende wollten wir sie nicht mehr abbauen. Der Mietvertrag war abgelaufen, aber wir sind einfach geblieben. Und durften bleiben.

Aber nach Stuttgart kommt man nicht so oft…

Wir haben die Ausstellung auch bald für ein paar Wochen nach Berlin gebracht. Wir hatten einen tollen Spot. Es gab Platz für eine Miniramp, große Wände für Streetkünstler und mehr Platz als Exponate.

Blieb es bei einem Ausflug nach Berlin?

Nein, unsere Ausstellung haben wir auch in Europa gezeigt, zum Beispiel Barcelona. Und dann ging’s nach L.A. In Kalifornien gibt es das erste Skateboardmuseum der Welt. Jetzt verbindet uns eine Freundschaft. Auf dem Rückflug haben wir gleich eine Fuhre historischer Boards mitbekommen.

Heute zeigt ihr auch ein paar eurer Ausstellungsstücke. Was hat es mit diesen Kisten auf Rollen auf sich?

Das sind Apfelkisten, die von Kids aus New York auf Rollen geschraubt wurden. Als die Kiste drum herum abgeflogen ist, haben sie festgestellt, dass das Brett auch ohne Verkleidung fahrbar ist. Die gab es schon eher als die Boards in Kalifornien. Ich habe auch Fotos aus Deutschland, auf denen Skateboards und Ramps zu sehen sind. Die sind aus den 30ern und 40ern.

Das ist ja neu! Aber ein bisschen geht jetzt der Charme an der Urprungsstory verloren … die Sonne, das Meer.

Die Surfer haben das Board ge-funden und populär gemacht. Aber sie haben es nicht er-funden.

Wir wollen mehr wissen! Wann geht es mit dem Museum weiter?

Wir wollen gerne ins Stattbad, aber hier geht es momentan nicht voran. Deshalb suchen wir auch nach anderen Standorten. Und es hängt an der Finanzierung… Es wird also noch ein bisschen dauern. Wer auf dem Laufenden bleiben will, folgt uns auf Facebook.

Wo sind die Ausstellungsstücke jetzt?

Das bleibt natürlich geheim!

Schade… Wir hoffen echt, dass ihr bald wieder öffnet!


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.