Hilft Skateboarding bei Olympia der weiblichen Community?

Skateboarding bei Olympia

Skateboarding als olympische Disziplin? Dieses Thema spaltet die Skateboard-Community. Und mich auch. Als ich das erste Mal davon hörte, war ich sofort dagegen. Denn für mich gehörte Skateboarding auf die Straße. Als Ausdruck von Individualität, als Freizeitaktivität, als Lebensstil, aber nicht als wettbewerbsorientierter Sport. Doch es gibt durchaus auch Argumente dafür.

Vor einigen Tagen wurde das Thema wieder aktuell, weil das International Olympic Committee das Skateboarden für Olympia 2020 vorgeschlagen hat. Nicht zum ersten Mal, doch bisher scheiterte der Vorschlag am Widerstand aus der eigenen Szene. Um das Skatebording bei Olympia 2020 zu verhindern, kann sogar eine Petition unterzeichnet werden.

Ich hab euch mal ein paar Argumente zusammen gesammelt, die dagegen und dafür sprechen und welchen Einfluss es auf die weibliche Szene haben könnte.

Contra

Olympia ist für die Einschaltquoten gemacht: je mehr Menschen zusehen, desto mehr Werbung wird konsumiert und desto mehr verdient die Wirtschaft. Skateboarding muss also tauglich für die breite Masse sein, „leicht verständlich und möglichst bildgewaltig„. Für Olympia müsste ein Punktesystem eingeführt werden, um komplizierte Tricks einheitlich zu bewerten. Aber geht das überhaupt? Wer entscheidet, was olympiatauglich ist? Geht dabei nicht der individuelle Ausdruck verloren, der so wichtig für das Boarden ist?

Gegner befürchten außerdem, dass noch mehr szenefremde Marken von dem Trend Skateboarding profitieren. Natürlich geht es dabei nicht um die Liebe zum Board, sondern um’s Geld. Möglicherweise hätten auch kleine Firmen etwas von der allgemeinen Aufmerksamkeit, aber hat die breite Masse jemals Wert auf „Marken mit Seele“ oder nachhaltig produzierte Produkte gelegt?

Was noch gegen Olympia spricht, ist Olympia selbst. NOlympia nennt sich der Zusammenschluss, der gegen die kommerzialisierte Sportveranstaltung kämpft. Hier findet ihr genug Gründe, die gegen Olympia sprechen.

Pro

„There are thousands of football fields and tennis courts all over Europe – they’ll start building skate parks with the IOC’s recognition“, sagt Mike Jacki, Generalsekretär der International Skateboarding Federation. Ich wünsche mir auch mehr Spots zum Skaten, vor allem für den Winter. Je populärer Skateboarding wird, desto mehr Skateparks werden gebaut und desto besser geht es der Skateboardindustrie (auch den kleinen Marken?).

Wirkung auf die weibliche Szene

Mike Jacki erwähnt auch: „There will also be coaching structures put in place for kids, just like they do in all other sports.“ Für die weibliche Community kann das wirklich von Vorteil sein – wenn denn mehr Mädchen gefördert werden.

Cindy Whitehead von „Girl is not a 4 letter word“ stellt in ihrem aktuellen Artikel heraus, dass Olympia die großartige Regel hat, dass jeder Olympiasport in Männer- und Frauenbereiche aufgeteilt werden muss. Das könnte wirklich helfen, dass es mehr Angebote speziell für Mädchen gibt.

Lucy Adams, professionelle Skateboarderin und Trainerin, hat sich ebenfalls positiv zur Olympiateilnahme geäußert. Sie glaubt, dass dadurch mehr Mädchen und Frauen dazu ermutigt werden, mit dem Skaten anzufangen.

 

Ich bin immer noch unentschlossen. Ich glaube, dass es einen positiven Einfluss auf die weibliche Szene hat, wenn Skateboarding populärer wird. Aber braucht es dafür ausgerechnet Olympia, weltweit einheitliche Regeln und Trikots? Und was passiert, wenn der Trend wieder abflacht? Was bleibt – wird das Skateboarding in der Gesellschaft dann nicht mehr als „Jungs-Sport“ betrachtet?

Was ist eure Meinung? Seid ihr für oder gegen Olympia? Hinterlasst mal einen Kommentar…!


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