Packt euer Board und reist!

Heute verlasse ich San Fransisco, um zurück nach LA zu gehen. Mein Telefon hat sich verabschiedet, aber so klebe ich wenigstens weniger an einem Display, sondern sehe, was um mich herum passiert. Ich habe weniger Fotos gemacht, als ich wollte. Doch das, was ich hier mitnehme, sind eh die Momente, in denen ich meine Kamera nicht rausnehmen wollte.
 
Leute, Reisen ist der Wahnsinn und wenn ihr Bock drauf habt, tut es!! #Quityourdayjob – Oder nehmt erst mal gar keinen an, wenn es euch möglich ist. Viele von uns sind reicher als sie glauben. Und glaubt mir, ihr braucht den ganzen Kram nicht, den ihr besitzt. Verkauft, tauscht, spart, fragt, ob wer was übrig hat.
 
Ich ziehe hier wöchentlich um, jedes Bett, jedes Bad ist – egal, wo ich bin – ist in diesem Moment meins. Und ich lebe hier teils wirklich im Luxus, ohne einen Cent dafür zu zahlen. Die Menschen schenken mir Geld, teure Bustickets, laden mich zum Essen ein oder bringen mich an ihre besonderen Lieblingsorte. Kalifornien ist super teuer, aber es gibt tausend Wege, das zu umgehen.
 
Was ich dafür geben kann, ist Vertrauen, Offenheit, selbstgemachte Geschenke, Einladungen nach Berlin. Und das reicht auch schon.
 
Alleine als Frau zu reisen ist auch kein Stück gefährlicher als zu Hause in der Straße herumzulaufen (was es ja leider ist, wie wir wissen). Vertraut auf eure Intuition, verschwindet, wenn es merkwürdig wird und sonst traut euch. Risiko schreibt die Geschichten, die ihr später erzählten werdet.
 
Und viele Abenteuer sind in dem Moment, in dem sie passieren, anstrengend, frustrierend, beängstigend. Was hab ich schon geflucht und geheult. Steht das durch. Die Stunden und Tage, in denen ich fast nur mit mir alleine war, haben mich ungehemmt mit den Monstern meiner Vergangenheit konfrontiert. Manchmal haben wir gekämpft, manchmal habe ich einfach nur zugehört und dann waren sie weg. Setzt euch damit auseinander.
 
Ihr fahrt Skateboard oder Longboard oder Cruiser – wie gut, ist absolut nicht von Bedeutung. Ihr habt das Board für euch gewählt, nicht den Golfschläger. Damit habt ihr auch eine Lebenseinstellung gewählt. Oder andersrum, eure Lebenseinstellung hat euch zum Boarden gebracht. Wenn euch die Leute auf der Reise fragen, was ihr tut, und ihr sagt, ich bin Skateboarderin, dann horchen sie garantiert auf, wollen mehr darüber wissen, mit euch skaten oder von euch lernen. Und wenn ihr einen Skateboarder kennt, kennt ihr bald fünf und dann zehn. #Skateboardersunited, irgendeine Couch ist immer frei. Philosophien, feiern, irgendwo hinfahren und skaten inklusive.
 
Jedes Mal, wenn ich wieder umziehe, bin ich traurig zu gehen. Ich bin nervös, weil ich nicht weiß, was mich erwartet. Doch jedes Mal, wenn ich auf eine neue Person treffe oder eine neue Unterkunft, sind Angst und Nervosität sofort vergessen. Wenn ich nicht dazu gezwungen werden würde, würde ich wahrscheinlich da versacken, wo ich mich auskenne und sicher fühle. Deshalb – katapultiert euch dahin, wo es kein Zurück gibt. Nehmt euer Skateboard, packt euren Rucksack, bucht einen Flug und reist!
 
Eucht das Beste, Mitzi

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