Skateboarding war nie eine Genderfrage für mich

Nicole, 41, kommt aus der Schweiz, reist durch die Welt, arbeitet für Community Projects oder hilft meistens irgendwo aus, um dafür Wohnen und Essen zu können. Und sie fährt Skateboard. Ich habe sie in Venice Beach auf dem Skatepark getroffen und mich mit ihr über die Szene in LA unterhalten.

Nicole

Hey Nic, wie bist du zum Skateboarden gekommen?

Mit fünf Jahren habe ich mit dem Snowboarding angefangen, ich bin auch drei Jahre professionell Snowboard gefahren, aber noch bevor das Ganze super seriös wurde. Mir war das Partying zu der Zeit wichtiger als der Wettkampf. Skateboarding habe ich mit zehn Jahren angefangen und letztes Jahr kam noch Surfen dazu. Ich finde es ganz wichtig, dass mehr Mädchen skateboarden. Es gibt viel zu wenige davon. Ich bin jetzt schon über 40 – das ist auch irgendwie cool, das gibt es noch weniger – und ich hab das all die Jahre durchgezogen.

Kanntest du damals andere Mädchen, die geskatet sind?

Auf dem Skateplatz war ich eigentlich immer das einzige Mädchen. Aber ich bin immer noch der Tomboy, auch wenn ich jetzt Lipstick trage. Das Skateboarding war nie eine Genderfrage für mich. Das war nie eine Frage von, ich bin ein Mädchen und da sind die Jungs. Ich bin sehr unkonventionell aufgewachsen, auch ohne Daddy, das hat vielleicht dazu beigetragen.

Und heute?

Jetzt bin ich nur noch am rumcruisen. Ich fahre bis nach Malibu raus oder geh den Jungen von der Schule abholen, auf den ich grade aufpasse. Er fährt Skateboard und lernt sehr schnell. Ich bin dadurch am Auffrischen und werde mir bald ein anderes Brett kaufen. Ich bin da wieder voll dran! Ich habe ein bisschen Angst, mich zu verletzen, aber ich will wirklich gerne wieder Tricks lernen.

Nicole

In Venice sehe ich so viele Boarder, ist das üblich für LA ?

Hier in Venice ist das Board wirklich ein Transportmittel, mit dem ich alle Wege erledige. Ich sehe auch viele andere. Doch in LA  gibt es viele Neighborhoods, man muss lange fahren, um zum nächsten Ort zu kommen. Da kommen sicher Gruppen von Kids nach Venice, weil’s berühmt ist. Aber wenn man zwei drei Stunden mit dem Bus fährt, dann ist man schon müde, wenn man hier ankommt.

Trotzdem ist es immer noch ein bisschen so: „The skater is the Rebel“. Ich seh das nicht so. Ich mache jetzt meinen Doktortitel, aber ich rolle auch weiter, wenn ich den habe. Es ist ein Lifestyle und Venice lädt dazu ein, diesen Lifestyle zu leben. Aber wenn ich in anderen Gebieten von LA bin, ist das weniger akzeptiert, da bist du eher der Rebel. Aber Rebel ist ja auch irgendwie ein Lifestyle. I dont care, what people say, what people think, I go with the skateboard everywhere. Es kümmert mich echt gar nicht.

Nicole


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