Spot on Girls – Workshops mit geflüchteten Mädchen*

spot on girls projekt

Geflüchteten Mädchen* das Skateboarding beibringen – das umzusetzen, schwebt mir schon seit Monaten vorn vor. Da ich mich selbst überhaupt nicht in der Rolle sehe, so etwas zu organisieren, bin ich umso glücklicher, als ich durch Zufall beim Verein Cultures Interactive reinstolpere. Zusammen mit dem Berliner Musiklabel Springstoff haben die nämlich grade ein Projekt auf die Beine gestellt, dass geflüchtete Mädchen* mit Mädchen* aus Jugendclubs in Berlin zusammen bringt – und zwar über Workshops im Skateboarding, Rap, Hiphop, Graffiti und DJing. Ich sag mal: „Spot on Girls“!

Skateboarding in Lichtenberg – Der erste Workshop

Wir stehen im Empfang eines Berliner Flüchlingheims in Lichtenberg.  Über 1400 Menschen wohnen hier, circa 600 davon sind Kinder. Ein Mann begrüßt uns im Vorbeigehen mit „Herzlich Willkommen“, eine Gruppe Kinder kommt grade von der Schule, es gibt ein permanentes Ein und Aus.

Wir, das sind zwei Workshopleiterinnen – Gienna von Suckmytrucks und ich, Stef von Cultures Interactive, Anna von Springstoff, Judith, die Filmaufnahmen macht und zwei Mitarbeiterinnen aus der Unterkunft, die die Mädchen zusammentrommeln. Da dieser Termin kurzfristig zustande kam, fehlt die Übersetzerin, aber es geht auch so. Wichtig, das ganze Projekt wird ausschließlich von Frauen* durchgeführt.

Nach zwanzig Minuten ziehen wir mit einer Traube von etwa 15 Mädchen* zum Skateplatz. Misstrauisch blicken wir in den Himmel, es sieht immer kurz vor Regen aus, aber das Wetter hält. Wir packen die Skateboards, Schützer und Helme aus. Es ist laut, kleine Kämpfe um die Sachen, die Mädchen sind tough. Man merkt die Angst, nichts abzubekommen. Doch es ist zum Glück genügend für alle da.

 

Die Mädchen schrauben ein Skateboard zusammen.
Die Mädchen schrauben ein Skateboard zusammen.

Sofort verteilen sich die Mädchen* auf dem Skatepark und düsen los. Nach wenigen Minuten lernen sie die ersten Tricks. Manche mit, manche ohne Hilfe, aber überhaupt nicht zögerlich, Freudenschreie, guck mal hier, was ich kann, kannst du mich festhalten, bitte ich will schneller fahren! Gienna und ich helfen beim richtigen auf dem Brett stehen oder beim Kurven fahren, aber schon nach kurzer Zeit verselbstständigt sich der Workshop. Einige widmen sich lieber anderen Spielgeräten, aber die meisten kriegen gar nicht mehr genug.

Der Auftakt war super – großes Interesse der Mädchen* am Skateboarding und schnelle Fortschritte. In den nächsten Wochen wird es weitere Workshops geben. Dann auch zusammen mit den Berliner Mädchen*clubs. Ich bin jedenfalls sehr gespannt!

Das Projekt

Spot on Girls bringt geflüchtete Mädchen mit Berliner Mädchen*clubs zusammen, um Integration zu fördern. Dazu werden Workshops veranstaltet, die von Skateboarding über Rap bis hin zu Hiphop-Tanz reichen – überall dort, wo Mädchen* und Frauen* unterrepräsentiert sind. Vom Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert findet Spot on Girls noch bis Mai 2017 statt. Als Abschluss ist im Club Cassiopeia ein Festival geplant, bei dem die Mädchen* die Möglichkeit haben, auf der Bühne aufzutreten oder sich einfach weiter zu vernetzen. Mehr Infos findet ihr bei Springstoff oder Cultures Interactive.

 


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