Warum Frauen Skateboarden und Longboarden sollten

Longboarden in Barcelona

Wozu Skateboarden? Das ist doch viel zu gefährlich! Und Longboarden? Ja, vielleicht, aber bin ich dafür nicht schon längst zu alt dafür? Und als Frau…ich weiß nicht…ich kenne keine andere Frau, die das auch macht. Es gibt für alles gute Gründe, nicht mit etwas anzufangen. Aber genauso gut gibt es auch viele Gründe, es doch mal in Betracht zu ziehen. (Hier kläre ich ein paar generelle Fragen über das Boarden) Und hier kommen ein paar Argumente dafür:

Ihr werdet das Gefühl von Freiheit spüren

Was ist für euch Freiheit? Wann spürt ihr es? Zum Beispiel wenn ihr euer Gesicht gegen den Wind streckt, die Augen zufrieden geschlossen, ihr hebt die Arme… Vielleicht fahrt ihr dabei auf dem Fahrrad, steht am Meer oder auf einem Schiff. Probleme, Ängste und Gefühle von Stagnation und Enge – für einen Moment wie weggeblasen. Ungefähr so fühlt es sich an, wenn ihr auf einem Board rollt.

Freiheit

Ihr habt einen Grund rauszugehen

Draußen scheint die Sonne, du hast nichts vor, hast keinen Hund und scheinbar sind alle deine Freunde verplant? Wenn dir nichts einfällt, du aber nicht drin versacken willst, dann ist das Board dein bester Freund/deine beste Freundin. Es steht da und wartet einfach. Das Board ist ein Grund, nach draußen zu gehen. Und den langweiligen Sonntagsspaziergang kann man damit auch umgehen. Boarden kann man auch, wenn’s kalt ist, Hauptsache die Straße ist nicht nass.

Workshop

Ihr lernt leichter neue Leute kennen

Zugegeben, das muss nicht sein, das liegt daran, wie aktiv du wirst und wie viel du dich traust. Skater und Longboarder erkennen ihre Gemeinsamkeit sehr einfach. Bei anderen Hobbys fehlt einfach das sichtbare „Bindeglied“. Um sich zu vernetzen gibt es ja mittlerweile viele Online-Tools, aber Boarder können sich quasi auf der Straße finden. Das ist vor allem nützlich, wenn ihr neu in eine Stadt zieht oder reist. (Theoretisch einfach) anquatschen, zusammen skaten und abhängen. Und wenn ihr grade nicht mit dem Board unterwegs seid, sich aber in Gesprächen eure Gemeinsamkeit herausstellt, habt ihr sofort ein unerschöpfliches Gesprächsthema.

Wenn ihr andere Frauen auf Boards kennen lernen wollt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, jemanden zu finden. Aber es gibt immer mehr Facebook- und Meetupgruppen in Städten, in denen sich Frauen finden können. Auch auf Longboard-Rollrunden geht’s gemischt zu. Wenn nicht, initiiert eine eigene Facebook-Gruppe! Ansonsten, scheut euch nicht, offen auf Skater zuzugehen. Ich habe positive und negative Erfahrungen gemacht, wie überall eben.

Rollrunde

Ihr könnt Sport machen wann und wo immer ihr wollt

Auch wenn ich das Boarden nicht als Sportart bezeichnen würde, ist es sportlich, was ihr da tut. Es ist eine Belastung für eure Muskeln und Gelenke, ihr trainiert Koordination, Kondition und Gleichgewicht, je nachdem, ob ihr cruised oder Dancing-Tricks macht oder einen Ollie übt. Das Schöne dabei ist, dass ihr an der frischen Luft seid. Wenn ich eine Weile longboarde und dabei eine bestimmte Geschwindigkeit halte, komm ich schon ins Schwitzen.

Das Boarden wird euer Selbstvertrauen stärken

Selbstvertrauen entsteht, wenn wir die Erfahrungen machen, etwas zu können. Schon alleine, etwas zu probieren, es vielleicht immer wieder zu probieren und dann endlich zu schaffen – das gibt euch das Gefühl, hey ja, ich kann das! Beim Boarden könnt ihr diese kleinen Glücksmomente immer wieder machen. Wenn ihr einen neuen Trick lernt, wenn ihr euch das erste Mal traut, alleine in der Öffentlichkeit zu rollen, wenn euch dein Board zu einer Reise veranlasst, wenn ihr es selbst baut, bemalt oder ein neues Grip aufzieht. Je mehr ihr lernt, desto mehr könnt ihr euch eurer selbst vertrauen.

Ihr entdeckt eure Stadt neu (und andere)

Mit dem Board durch die Stadt zu ziehen, ist eine exzellente Möglichkeit, neue Seiten euer Stadt oder Wege im Umland kennenzulernen. Einfach losfahren und immer dem besten Flat folgen. Ihr kommt garantiert irgendwo raus, wo ihr noch nie wart. Im Urlaub macht es total Spaß, ab und zu den Cruiser auszupacken, um ein paar Strecken zu fahren. Wenn ihr ins nächste Museum wollt, Board einfach wieder an den Rucksack schnallen. Ihr werdet merken, dass ihr eure Umgebung ganz anders wahrnehmt als wenn ihr zu Fuß unterwegs seid.

Reisen

Ihr könnt etwas Besonderes

Wer als Frau auf dem Board rollt, ist in der Regel in der Unterzahl, egal wo auf der Welt. Etwas zu tun, das nicht viele tun, bringt euch automatisch Respekt und Sympathiepunkte ein. Leider erwartet man ja von Frauen so vieles nicht, weil es „gar nicht typisch Frau“ ist. Das führt zu Überraschungsmomenten beim Gegenüber, die meistens positiv sind! Und zu vielen Nachfragen, weil ihr über ein besonderes Wissen und interessante Erfahrungen verfügt.

 

Na, ist jemand von euch auf den Geschmack gekommen? Zur nächsten Saison ab April 2016 möchte ich wieder einige Anfängerinnen-Workshops anbieten. Ich komme aus Berlin, aber ihr könnt mich gerne in eure Stadt einladen! Den Winter über berichte ich übrigens über die Skateszene aus Kalifornien! Bleibt auf dem Laufenden, was dort passiert und wann’s mit den Workshops losgeht.


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